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Die Herausforderung der Ressourcenknappheit bei Batterien und die Rolle einer Plattform für die
Batterie-Kreislaufwirtschaft

Einleitung:
Im Zuge des zunehmenden Einsatzes von Batterien in verschiedenen Bereichen wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und elektronischen Geräten steht die Welt vor der Herausforderung der Ressourcenknappheit. Die begrenzte Verfügbarkeit von Materialien wie Lithium und Kobalt sowie die steigende Nachfrage nach Batterien erfordern innovative Lösungen. In diesem Artikel möchten wir die Problematik der Ressourcenknappheit bei Batterien kurz anreißen und die dadurch wachsende Erfordernis einer Plattform, um alle Akteure der Batterie-Kreislaufwirtschaft zusammenzubringen.

1. Das Problem der Ressourcenknappheit bei Batterien:
Batterien sind auf bestimmte Rohstoffe angewiesen, insbesondere Lithium und Kobalt. Diese Materialien sind begrenzt und ihre Förderung kann umweltbelastend sein. Die steigende Nachfrage nach Batterien führt zu einem erhöhten Bedarf an diesen Rohstoffen, was zu Preissteigerungen und möglichen Engpässen führt.

2. Zunehmende EU-Regularien für Batterien:
Um die Ressourcenknappheit bei Batterien anzugehen, hat die Europäische Union (EU) in den nächsten Jahren verstärkte Regularien erlassen. Diese umfassen Vorschriften für die nachhaltige Batterieproduktion, das Recycling von Batterien und die Förderung von Reparaturen und Wiederverwendung. Die EU setzt auf eine Kreislaufwirtschaft für Batterien, um die Ressourcen besser zu nutzen und Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Darunter fallen im Folgenden beispielhafte Regulierungen:

  1. Batterierichtlinie (2006/66/EG): Diese Richtlinie legt Anforderungen für das Inverkehrbringen von Batterien und Akkumulatoren fest, einschließlich Sicherheitsstandards, Kennzeichnungsvorschriften und Recyclinganforderungen.

  2. Batterie-Verordnung (EU) 2019/1148: Diese Verordnung zielt darauf ab, das Recycling von Batterien zu verbessern und den Einsatz gefährlicher Substanzen zu reduzieren. Sie enthält Vorschriften für das Design, die Produktion, die Kennzeichnung und die Sammlung von Batterien.

  3. Nachhaltigkeits- und Governance-Verordnung (EU) 2020/852: Diese Verordnung betrifft die Nachhaltigkeitsaspekte von Batterien. Sie legt Anforderungen für die Reduzierung der Umweltauswirkungen von Batterien, die Förderung des Recyclings und die Gewährleistung von Transparenz und Nachverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette fest.

  4. Europäisches Batteriegesetz: Die EU plant die Einführung eines neuen Batteriegesetzes in 2023, um die Anforderungen an das Inverkehrbringen von Batterien weiter zu verschärfen. Dieses Gesetz wird voraussichtlich Regelungen zur Nachhaltigkeit, zum Recycling, zur Verwendung von Rohstoffen und zur Förderung der Reparatur und Wiederverwendung von Batterien enthalten. Das EU-Parlament hat am 14. Juni 2023 die Batterieverordnung in ihrer aktuellen Fassung (Amendment 508) in erster Lesung angenommen. 

3. Das Wachstum des weltweiten Batteriebedarfs bis 2030:
Der weltweite Batteriebedarf wird bis 2030 stark ansteigen, vor allem aufgrund des wachsenden Marktes für Elektromobilität. Elektrofahrzeuge benötigen große Batterien, um eine ausreichende Reichweite zu gewährleisten. Dieser Bedarf erfordert eine deutliche Steigerung der Batterieproduktion, was die Ressourcenknappheit weiter verschärfen könnte.

4. Die Bedeutung von Recycling, Reparatur und Weiterverkauf von Batterien:
Angesichts der Ressourcenknappheit gewinnen das Recyceln, Reparieren und Weiterverkaufen von Batterien immer mehr an Bedeutung. Durch das Recycling von Batterien können wertvolle Materialien zurückgewonnen und erneut verwendet werden. Die Reparatur von Batterien verlängert ihre Lebensdauer und reduziert den Bedarf an neuen Batterien. Der Weiterverkauf von gebrauchten Batterien ermöglicht es, sie noch effektiver zu nutzen und den Bedarf an Neuproduktion zu reduzieren. Die Anzahl der Batterierecycling-, -handels- und -reparaturunternehmen nimmt stetig zu. 

  • Die Nutzung von Second-life Batterien und Akkus wächst seit Jahren; und somit wächst der Handel mit gebrauchten und wieder verwendbaren Akkus. 

  • Aufgrund neuer und effizienteren Recyclingverfahren erkennen auch Chemie- und Abfallunternehmen immer mehr den Wert von gebrauchten Batterien und dessen profitbringenden seltenen Rohstoffen.

  • Der Tausch einzelner Zellen ermöglicht es die Nutzungsdauer von Batterien/Akkus zu verlängern. Anstelle des Recylings, oder Neukauf und Austausch, können Reparaturdienstleister kostengünstig und ressourcenschonender auch nur einzelne Zellkerne tauschen

5. Akteure entlang der Wertschöpfungskette von Batterien:
Die Batterieindustrie umfasst verschiedene Akteure, angefangen von Rohstofflieferanten bis hin zu Batterieherstellern. Rohstoffabbauunternehmen fördern die benötigten Materialien, die dann von Batterieherstellern verarbeitet werden. Weitere Akteure umfassen Händler, Einkäufer, Reparaturdienste und Recyclinghöfe, die im Batterie-Kreislauf involviert sind.

6. Der Vorteil einer Plattform für die Batterie-Kreislaufwirtschaft:
Eine Plattform, auf der Batteriehändler, Einkäufer, Reparaturdienste und Recyclinghöfe zusammenkommen, spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Batterie-Kreislaufwirtschaft. Durch eine solche Plattform können gebrauchte Batterien effizient gehandelt, repariert und wiederverwendet werden. Dies trägt zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, zur Senkung von Kosten und zur Förderung einer nachhaltigeren Nutzung von Batterien bei.

Eine Plattform bietet hier eine schnelle Such- und Filterfunktion von gewünschten Händlern und Dienstleistern gegenüber einer offenen Suche bei den bekannten Suchmaschinen. 

7. Der mögliche Batteriepass und die Notwendigkeit einer Plattform:
Ein möglicher Batteriepass würde Informationen über den Zustand und die Leistungsfähigkeit einer Batterie enthalten. Eine Plattform, die alle Akteure der Batterie-Kreislaufwirtschaft vereint, ist notwendig, um den Batteriepass effektiv zu implementieren. Die Plattform ermöglicht die Verfolgung der Batterie von ihrem Ursprung über ihre Nutzung bis hin zur Wiederverwendung oder dem Recycling. Dadurch wird Transparenz geschaffen und eine optimale Nutzung der Batterieressourcen gewährleistet.

 

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die Ressourcenknappheit bei Batterien eine bedeutende Herausforderung darstellt. Durch verstärkte Regularien, Recycling, Reparatur und Weiterverkauf sowie eine Plattform für die Batterie-Kreislaufwirtschaft können wir jedoch nachhaltige Lösungen finden und die Verfügbarkeit von Batterien langfristig sichern.

Image - Austausch der Akteure auf der Plattform

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